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ūü§Ē 42-Stunden-Woche, Rentenalter mit 69 oder doch lieber die 4-Tage-Woche?


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Liebe Community, 

aktuell wird in den sozialen Medien und in verschiedenen Foren viel dar√ľber diskutiert, ob l√§ngere Arbeitszeiten pro Woche oder eine Erh√∂hung des Rentenalters¬†den aktuellen und zuk√ľnftig noch steigenden Fachkr√§ftemangel in Deutschland ausgleichen k√∂nnen.¬†

Ausl√∂ser f√ľr die Diskussion ist, dass die Babyboomer-Generation bald in Rente gehen wird.

‚ĄĻÔłŹ Babyboomer-Generation:¬†
Geburtenstarke Jahrgänge in Deutschland der 1950er bis Mitte der 1960er-Jahre.


Laut Experten und Medien wird etwas passieren m√ľssen. Aktuell sieht es so aus, als w√§re es eine entweder oder Entscheidung zwischen einer 42-Stunden Woche oder einem Rentenalter ab 69.¬†

Das alles scheint eher im Widerspruch zu den Diskussionen rund um New Work, die dadurch steigende Produktivit√§t - 30 Stunden Woche, Flexible Arbeitszeitmodelle & Co. -¬†und dem allgemeinen Verst√§ndnis von Work-Life-Balance zu stehen. √úber diese Themen wurde unter anderem beim letzten User Group Meeting in M√ľnchen diskutiert:¬†

*Disclaimer: Wir geben hier lediglich bereits diskutierte Inhalte weiter, ohne diese zu bewerten. 

 

Wie seht Ihr das ganze? Diskutiert mit uns und teilt Eure Meinung in den Kommentaren.


Wir sind sehr auf Eure Meinungen und Gedanken gespannt!

 

Was macht Eurer Meinung nach am meisten Sinn, um dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken?


18 Antworten

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Spannende Frage, @Selina ,

ich habe noch keine richtige Meinung, hoffe aber, dass hier ein reger Austausch stattfindet und ich danach schlauer bin.

Stand jetzt möchte ich nämlich eigentlich gerne in 5 bis spät.  in 10 Jahren in Rente.

Beste Gr√ľ√üe

Dash

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Das ist eine interessante Perspektive @Dash. 

Ich kann mir vorstellen, jetzt, wo ich bspw. noch relativ am Anfang von meinem Berufsleben stehe, wähle ich eher die Auswahl mit dem Rentenalter aus. Zum einen, da es noch so weit weg ist, aber auch aufgrund eines Zweifels in meiner Generation, ob das aktuelle System bis dahin besteht. 

Hat sich die Perspektive bei Dir im Laufe Deines Berufslebens verändert?

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Hallo @Lena ,

ich sag das ja immer nur im Spa√ü, obwohl der Wunsch nat√ľrlich wirklich da ist, daf√ľr fehlt nur noch einiges an Kapital. Aber jetzt kann man alles noch nutzen, ist fit (naja) und im Alter, wer wei√ü das schon?!

Als Berufseinsteiger war mir das noch egal, da habe ich nicht dr√ľber nachgedacht. Aber wenn ich mitbekomme, wie teilweise V√§ter von Bekannten in Rente gehen und dann kurz danach sterben, das ist schon bitter. Die haben ihr Leben lang gearbeitet und dann noch 1-2 Jahre die Rente ‚Äúgenie√üen‚ÄĚ d√ľrfen und dann war pl√∂tzlich Schluss. So m√∂chte ich das nicht.

Beste Gr√ľ√üe

Dash

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Ich persönlich finde das Thema auch super spanned. 

Zwischen den Optionen oben w√ľrde ich mich spontan¬†f√ľr die 4 Tage Woche entscheiden und m√∂chte selbst entscheiden, wie und wo ich arbeite.¬†

 

Aber abgesehen von der Auswahl,¬†bin ich einfach daf√ľr, dass Ergebnisse und nicht Stunden gez√§hlt werden.¬†Ich wei√ü, dass ich kreativer bin, wenn ich mir die Tage und Stunden selbst einteilen darf und nicht an einen Ort oder Platz oder Uhrzeit gebunden bin¬†ūüėä

Mal sehen, ob es irgendwann so eine Option gibt¬†ūüíÉ

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Als Berufseinsteiger war mir das noch egal, da habe ich nicht dr√ľber nachgedacht. Aber wenn ich mitbekomme, wie teilweise V√§ter von Bekannten in Rente gehen und dann kurz danach sterben, das ist schon bitter. Die haben ihr Leben lang gearbeitet und dann noch 1-2 Jahre die Rente ‚Äúgenie√üen‚ÄĚ d√ľrfen und dann war pl√∂tzlich Schluss. So m√∂chte ich das nicht.

 

Auch wenn ich noch Berufseinsteigerin bin, finde ich diesen Gedanken auch grauenvoll und habe mir dar√ľber auch schon den Kopf zerbrochen.¬†Ich bin daher dennoch am ehesten bei der 4-Tage-Woche, wobei ich eine 30 Stunden Woche mit eben k√ľrzeren Arbeitstagen bevorzugen w√ľrde. Ich h√§tte dann die Hoffnung, dass ich eben nicht bis zur Rente warte, um ‚Äěmein Leben zu leben‚Äú. Sondern dann auch unter der Woche mal √∂fter im Sommer an den See fahre oder im Winter in die Skier schl√ľpfe. ¬†

Allerdings w√ľrde ich gerne noch eine andere Perspektive zu eben dieser k√ľrzeren Arbeitszeit einbringen und zwar das Thema Effizienz.

Ich denke, dass wir mittlerweile ja wirklich eine Informationsflut erleben und wir uns dann ggf. eher Gedanken dar√ľber machen sollten, wie wir den Umgang damit am besten optimieren.

Ich wei√ü, dass √úberstunden in den meisten Berufen immer noch richtig gehyped werden, aber wenn ich sagen kann: ‚ÄěIch habe die gleiche Arbeit in meinen 40 Stunden geschafft, f√ľr die du 2 √úberstunden machen musstest‚Äú Ist das ein gr√∂√üerer Erfolg, als meine Arbeitszeit auf 42 Stunden zu erh√∂hen. Das ist ja auch im Prinzip das System hinter der kommunizierten 4-Tage-Woche, bei der die Arbeit auf die Essenz beschr√§nkt wird. Dazu geh√∂rt dann zum Beispiel, dass ich nicht in eine E-Mail 10 Leute in CC nehme, nur damit sie mitlesen k√∂nnen. Das l√∂st bei den Personen im Verteiler Mehrarbeit aus, die aber keinen Mehrwert bringt.
Weiter geh√∂rt f√ľr mich dazu, Meetings auch wirklich nur so lange zu halten, wie sie terminiert waren und wirklich nur die Leute einzuladen, die es auch tats√§chlich betrifft und etwas dazu beitragen k√∂nnen. So gibt es ja mittlerweile viele M√∂glichkeiten die Effizienz zu erh√∂hen (bspw. auch Unterbrechungen durch Anrufe, Nachrichten im Instant Messenger, etc. zu minimieren).

Dazu w√ľrde ich auch gerne ein paar Best Practice Beispiele nennen, die ich ganz spannend finde: ¬†

SAP hat in diesem Zuge die Focus Fridays eingef√ľhrt. Dabei geht es darum an Freitagen komplett auf Meetings zu verzichten. Das ist besonders f√ľr die Besch√§ftigten spannend, die regelm√§√üig durch Meetings hetzen und diese nicht mehr ausreichend nacharbeiten k√∂nnen (ich denke wir alle kennen solche Wochen). Ich w√ľrde das auch noch erweitern, wenn man nicht gerade im Kundenkontakt steht, die Freitagmittage o.√§. auch frei von jeglicher sonstigen Kommunikation wie Anrufe oder Slack, etc. zu machen. Hier der Beitrag aus dem Business Insider dazu: https://www.businessinsider.de/karriere/arbeitsleben/keine-meetins-mehr-am-freitag-sap-fuehrt-focus-friday-ein/ ¬†(Da es ab Mai eingef√ľhrt wurde, lesen wir vielleicht bald schon den ersten Erfahrungsbericht.)

Bei Amazon gilt bspw. die Pizza-Regel deren Ansatz ich auch spannend finde: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/handel/jeff-bezos-hat-eine-zwei-pizza-regel-fuer-meetings-bei-amazon-c/

Dazu gibt es ja mittlerweile auch zig Studien, die best√§tigen, dass solche Ma√ünahmen wirklich die Effizienz steigern. Aber ich denke hier braucht es noch einen Mindsetshift, wie oben schon geschrieben: gleiche Arbeit in weniger Zeit ist auch gute Arbeit ūüėä

Also @Dash¬†wenns nach diesem Prinzip geht, hei√üt es f√ľr dich wohl ‚ÄěWork Fast ‚Äď Rente Young‚Äú ūüėā¬† (und ich entschuldige mich herzlichst f√ľr mein denglisch zwischendurch)

Ich kann das nat√ľrlich jetzt nur aus meinem¬†aktuellen Umfeld betrachten und hatte auch noch nicht viele Jobs. Das ist nat√ľrlich jetzt auch sehr starr auf das B√ľro-Umfeld ausgerichtet, einen erheblichen Fachkr√§ftemangel gibt es ja auch in Handwerksberufen. Insbesondere dort w√ľrde eine sp√§tere Rente oder mehr Stunden/Woche verheerende Folgen haben.

Liebe Gr√ľ√üe, Elena¬†

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Danke f√ľr Eure Kommentare zu dem Thema!¬†

@Dash¬†auch wenn ich noch weit weg von der Rente bin, geht das alles doch viel schneller als man denkt. M√∂chte auch auf gar keinen Fall als Renterin total √ľberarbeitet irgendwann umfallen. Angenommen die 4-Tage-Woche w√§re bei Dir umgesetzt, wie w√ľrdest Du Deinen zus√§tzlichen freien¬†Tag in der Woche nutzen?¬†

@Elena Du hast ein paar sehr spannende Ansätze geteilt!

Vertrauensarbeitszeit & √úberstunden

Finde auch, dass Vertrauensarbeitszeit¬†vor allem dazu da ist so viel Zeit wie n√∂tig f√ľr die Arbeit zu brauchen und¬†nicht auf biegen und brechen √úberstunden zu machen bzw. machen zu m√ľssen. Ich nutze z. B. auch gerne eine l√§ngere Mittagspause, um zum Sport zu gehen, daf√ľr h√§nge die n√∂tige Arbeitszeit aber hinten an.¬†

Informationsflut

Ein sehr leidiges Thema in vielen Unternehmen, da stimme ich Dir zu. Habe das Gef√ľhl, dass es durch Corona noch mehr wurde. Viele verschiedene Channel, Infos und Personen die alle zusammen in den selben Brei (entschuldigung f√ľr die Formulierung) hinein geworfen werden und der Outcome manchmal eher fraglich ist. Sehr interessante¬†Artikel zu SAP und Amazon, die Du geteilt hast!¬†

Wie w√ľrdest Du Deine Zeit nutzen, wenn Du eine geringere Informationsflut und vielleicht sogar eine 30-Stunden Woche h√§ttest?¬†

Wie seht Ihr das Thema? @Michaela B., @NiZi, @MaCherie1, @Chipmunkie, @Cynthia, @Florian Kuczera, @Dana, @lbrk, @Carolin W. 

Freue mich, auf noch ein paar weitere Meinungen und Kommentare von Mitgliedern.¬†ūüėä

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@Elena¬†ich finde Deine Ans√§tze spannend. Die 4 Tage Woche br√§uchte ich nicht zwingend, wenn ich daf√ľr k√ľrze Arbeitstage h√§tte. Als Berufseinsteiger hab eich die Situation anders gesehen und da hat mich das viele Arbeiten auch nicht gest√∂rt. Es hat einfach Spass gemacht und mich motiviert. Ein Grund hierf√ľr war wahrscheinlich auch, dass es keine Randfaktoren (Kinder, Familie) etc. gab. Ich konnte mich in den Flow arbeiten. Heute sieht es anders aus. Als Single-working-Mom gibt es dann doch verschiedene Faktoren, die das Arbeitsleben zus√§tzlich ‚Äústressen‚ÄĚ und ich bin mir sicher, dass ich die selben Arbeitsergebnisse auch in der k√ľrzeren Arbeitszeit hinbekomme. Zus√§tzlich w√§ren die Nachmittage frei. Die Idee einen Tag in der Woche Meeting-frei zu machen und eine Focus-time einzuf√ľhren¬†klingt fabelhaft. √úberlegt man mal, wie oft man am Tag¬†durch Anrufe oder Mails aus der Arbeit gerissen wird‚Ķ. Sind es wirklich die geleisteten, im Zweifel abgesessenen, Stunden die z√§hlen, oder das Arbeitsergebis? HIerber d√ľrften sich viele Unternehmen Gedanken machen.

Vielleicht macht es aber auch Sinn, dar√ľber nachzudenken, dass System der gesetzlichen Rentenversicherung aufzugeben und jeden¬†einzelnen verpflichtend privat, in Form einer Versicherung, vorsorgen zu lassen. H√§tten wir nicht alle am Ende vielleicht mehr davon. Wer wei√ü?

 

Liebe Gr√ľ√üe, Nicole

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Hey zusammen,

spannende Fragestellung in der aus meiner Sicht eine enorme Komplexität steckt, die wir als Gesellschaft, aber auch als People-Organisationen, nicht in einem Aufschlag lösen werden können.

Ich m√∂chte gerne einige Themenfelder als Teile der Komplexit√§t nennen, da eine Ausf√ľhrung hier zu weit f√ľhren w√ľrde:

  • Verdichtung der Schulbildung, kein Raum f√ľr Orientierung und berufliche Bildung
  • unterschiedliche¬†Auspr√§gung des Fachkr√§ftemangels nach Branchen bzw. Fachgebieten (bspw. im Handwerk oder in der Software-Entwicklung)
  • kaum politischer Druck, um dem Problem zu entgegnen (wie alt ist die Diskussion schon und was ist faktisch passiert? ūü§Ē)
  • weit verbreitet keine eigene Initiative von Unternehmen (Talente selber aufbauen und entwickeln oder moderne, internationale Konzepte aufbauen - zig Auszubildende j√§hrlich finden keine Jobs, was machen wir sinnhaft mit Zuwanderung, etc.)

F√ľr mich ist es ehrlicherweise keine Diskussion wert, ob Rente mit 69 oder eine 42-Stunden-Woche uns helfen k√∂nnen, denn damit w√§ren Arbeitgeber-Attraktivit√§t, das Begeistern von jungen Talenten oder alleine die heutige dringend notwendige Flexibilit√§t und Freiz√ľgigkeit bzw. Selbstbestimmung in der Arbeitswelt begraben - sorry to say, aber das ist die Erfahrung in der t√§glichen Arbeit im HR. Vielleicht ist es volkswirtschaftlich eine L√∂sung die aktuelle Bilanz wieder in die Waage zu bringen, aber was bringt mir Wertsch√∂pfung, wenn sie ineffizient passiert oder gar nicht mehr, weil wir noch mehr Menschen gedanklich und vom Mindset abh√§ngen.

@Dash und @Lena tatsächlich glaube ich auch, dass sich die Perspektive im Laufe des Berufslebens verändert, jedoch verschwimmen Beruf und Privat immer mehr, weswegen es aus meiner Perspektive dem Grundproblem nichts abtut, dass grundlegende Lebensmodelle der kommenden Generationen sich verändert haben und es weiterhin tun werden.

@Elena du hast es, finde ich, gut aus deiner eigenen Perspektive umschrieben was die aktuellen Gedanken um die Themen sind und das trifft genau den Nerv der Zeit.

Gleichzeitig ist der Effizienz-Gedanke hier absolut richtig angebracht - Studien belegen schon seit Jahren den Trend, den die kommenden und aktuellen Talente fordern, dass Freiz√ľgigkeit und Selbstbestimmung zu einer erh√∂hten Effizienz f√ľhren - ganz oft sind wir, auch in Organisationen, zahlengesteuert - warum leider so oft noch nicht in HR-Themen? Und hier meine ich nicht die Zahlen des ‚ÄúKostenfaktors‚ÄĚ Personal¬†ūüėČ. Kommunikation und Informationsfluss im richtigen Ma√üe und zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sind hier absolut entscheidend - danke @Selina¬†f√ľr die Bekr√§ftigung von Elena an der Stelle.

Tats√§chlich haben mich die Vorst√∂√üe wie bspw. von SAP begeistert oder auch die automatische Abschaltungen von Mailaccounts oder Handyerreichbarkeit¬†vor und nach gewissen Uhrzeiten bei der Porsche AG - ich hoffe f√ľr die Mitarbeiter*innen, dass dies auch kulturell wirklich umgesetzt und gelebt wird - Mindset as mentioned.

Ein abschlie√üender Kommentar noch zur Vertrauensarbeitszeit: sie ist in der Definition des Begriffs am aussterben - aufgrund der EU-Gesetzgebung ist eine elektronische Arbeitszeiterfassung ja eigentlich schon seit 2019 bereits¬†verpflichtend und wird zeitnah noch konkretisiert werden m√ľssen, auch in Deutschland. Flexible Arbeitszeiten werden die Zukunft sein - gedanklich sehr √§hnlich, definitorisch bin ich heute da mal pedantisch¬†ūüėč.

 

Nochmal: Spannendes Thema, krasse Herausforderung - wer wagt, der gewinnt. In diesem Sinne freue ich mich auf die weiteren Diskussionen.

LG, Florian

 

 

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@Dash¬†auch wenn ich noch weit weg von der Rente bin, geht das alles doch viel schneller als man denkt. M√∂chte auch auf gar keinen Fall als Renterin total √ľberarbeitet irgendwann umfallen. Angenommen die 4-Tage-Woche w√§re bei Dir umgesetzt, wie w√ľrdest Du Deinen zus√§tzlichen freien¬†Tag in der Woche nutzen?¬†

Eine sehr gute Frage, @Selina !

Wenn Geld keine Rolle spielen w√ľrde, w√§re es wohl ganz einfach Zeit f√ľr mein¬†Hobby. Aktuell stelle ich dieses aber tats√§chlich hinter Familie und Arbeit (oder derzeit andersherum) an. Man hat mich hier gefragt, ob ich 4 Tage arbeiten m√∂chte, aber noch mag ich mir die¬†finanzielle Einbu√üe nicht erlauben. Also ich m√ľsste ja bewusst sagen, dass ich auf 20% meines Gehalts (steuerliche Auswirkungen au√üen vor) verzichte um daf√ľr mehr Freizeit zu haben. Das kann ich dann irgendwie doch noch nicht. Ich habe das mal f√ľr ein halbes Jahr gemacht, als meine Tochter noch nicht in der KiTa war. Das war sehr wertvoll und ich w√ľrde es wieder machen, aber es hat nat√ľrlich auch einiges gekostet. Allerdings nicht meinen Job, denn mein Arbeitgeber war da total flexibel. Ist ja auch nicht selbstverst√§ndlich.

Beste Gr√ľ√üe

Dash

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Wie w√ľrdest Du Deine Zeit nutzen, wenn Du eine geringere Informationsflut und vielleicht sogar eine 30-Stunden Woche h√§ttest?¬†

Tatsächlich beschäftigte ich mich (nur aus Träumerei, ohne hier wirklich schon näher an den 30 Stunden zu sein) ab und zu mit dieser Frage. Weil aktuell gehe ich an vielen Abenden heim, räume auf und lege mich aufs Sofa, bis ich ins Bett gehe - nicht zufriedenstellend. 

Mein Wunsch w√§re, dass ich dann noch mehr Energie h√§tte, um abends Dinge zu erledigen die ich aktuell in den Samstag reinquetsche und daf√ľr den Samstag gestalten k√∂nnte, wie es mir beliebt :)¬†

LG, Elena 

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@Selina @Lena @Florian Kuczera @Dash Ich sehe hier zwei relativ simple Optionen:

  • eine effektive Integrationspolitik inklusive schnellen, schlanken Verwaltungsprozessen, die den Menschen suggeriert, dass sie hier wirklich willkommen sind und gebraucht werden
  • eine Gesetzeslage und Infrastruktur, die die riesige ANzahl top ausgebildeter Muttis zur√ľck in die Jobs holen mit Modellen, die zu ihnen UND zu ihrem Arbeitgeber passen, ohne doppelte Lohnnebenkosten zu verursachen. Habe vor ca. 6 Jahren mal eine Studie gelesen, die sagte, dann Deutschland allein mit diesem Ansatz 75% des Fachkr√§ftemangels ausgleichen k√∂nnte ‚Ķ¬†seitdem ist wenig passiert ...
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Habe vor ca. 6 Jahren mal eine Studie gelesen, die sagte, dann Deutschland allein mit diesem Ansatz 75% des Fachkräftemangels ausgleichen könnte … seitdem ist wenig passiert ...

Guten Morgen @Nina Hellmann ,

hast du die noch irgendwo?

Beste Gr√ľ√üe

Dash

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@Nina Hellmann 

Den zweiten Punkt finde ich auch einen interessanten Aspekt - wir in HR sind aus meiner Sicht ja genau an der richtigen Stelle, um mehr ‚ÄúMuttis‚ÄĚ den Wiedereinstieg zu erm√∂glichen :)¬†

Fände dazu auch eine Argumentationsgrundlage daher sehr spannend. 

VG, Elena

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@Dash Puh, das war ein riesen langer Artikel in einem Personaler Magazin, was mein damaliger Arbeitgeber abonniert hatte, in dem die Studie zitiert wurde. So richtig krieg ich es nicht mehr zusammen. aber findest Du sicher online was zu. Gibt ja zig solcher Studien. Auch der jährliche Bildungsbericht des Bundesministeriums sagt da sicher etwas zu.

@Elena meiner Meinung nach ist das ganze zu allererst eine politische Entscheidung: wenn keine Sozialabgabenlogik existiert, die da eine finanzielle Gleichheit beim Arbeitgeber ermöglicht, d.h. die die Beschäftigung eines Teilzeit MA im Verhältnis genauso teuer macht wie eines Vollzeit MA, können sich Arbeitgeber nicht so recht bewegen, weil es am Ende des Tages eine unwirtschaftliche Entscheidung wäre. 

Bevor HR da etwas erm√∂glichen kann, sehe ich das Thema zun√§chst noch in den obersten F√ľhrungsetagen. Wenn dort kein Umdenken stattfindet und nicht gesehen wird, dass es (eine finanzielle Gleichheit unterstellt) noch so viel weitere Vorteile gibt, diesen Weg einzuschlagen, kann HR gar nichts tun. Gerade weil es eben budget√§r riesige Auswirkungen hat ‚Ķ¬†Und weil in vielen F√ľhrungsetagen in Deutschland kein ‚Äúechter‚ÄĚ Personaler mit am Tisch sitzt, bewegt sich da erstmal nichts ‚Ķ¬†

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@Nina Hellmann: vielen Dank f√ľr den Ansatz, da war ich gar nicht so tief drin und hatte das auch nicht auf dem Schirm.¬†

Ich habe nach deinem Kommentar gestern dazu nochmal ein bisschen gelesen - obwohl man viel von Fachkräftemangel und der Wichtigkeit von Teilzeit MA in Zusammenhang mit diesem liest, gibt es dazu tatsächlich wenig konkretes aus der Politik. 

Mir ging es vor allem um noch mehr Arbeitszeit und - ort Flexibilisierung. Aber wie du schon schreibst ist das nat√ľrlich nur ein Tropfen auf dem hei√üen Stein, den die Personaler eher schlecht beeinflussen k√∂nnen.¬†

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@Elena Das freut mich, dass dir das geholfen hat. 

Mein Eindruck ist: das Rufen nach mehr Flexibilisierung und 1000 Mitarbeiterverg√ľnstigungen ist total en vogue und alle reden von Bindung und noch mehr f√ľr den MA tun, nicht zuletzt weil die Generation Z das eh einfordert, aber niemand spricht davon, wie das finanziert werden soll. Mit dem aktuellen Lohnnebenkostenmodell und dem engen Korsett, in dem sich Arbeitgeber befinden, gibt es so gut wie keinen Spielraum meiner Meinung. Solange es deutlich g√ľnstiger ist, eine 40Std Stelle von einem FTE machen zu lassen als von 2 0,5 FTEs, m√ľssen Unternehmen mit Teilzeitstellen extrem vorsichtig sein, da sie sie sich schlichtweg nur bis zu einem Punkt x leisten k√∂nnen.¬†

Und von einem durch zu viele Teilzeitstellen in Schieflage geratenen Arbeitgeber hat ja auch niemand was. (etwas √ľberspitzt gesagt) ;)

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Hi zusammen,

@Nina Hellmann¬†bin absolut dabei (auch als Mann ūüėé), dass wir mit intelligenten L√∂sungen und Angeboten f√ľr Teilzeit viel erreichen k√∂nnen - egal ob f√ľr wiederkehrende Muttis nach Babypause oder √§hnliches, aber auch genauso f√ľr M√§nner, die gerne daheim mehr Verantwortung √ľbernehmen m√∂chten.

F√ľr mich sind es drei Punkte:

  1. Politisch gibt es bereits viele M√∂glichkeiten Teilzeit zu beanspruchen, jedoch bin ich gedankli@Dash¬†, dass andere H√ľrden beide Seiten (Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen) behindern - Sozialabgaben, starre gesetzliche Regelungen ohne Spielraum (bspw. bei der R√ľckkehr aus der Elternzeit darf eine Elternzeitvertretung nicht vertraglich √ľberlappen - schon mal an √úbergabe oder Wiedereinarbeitung gedacht ‚Ķ¬†?!)
  2. @Nina Hellmann¬†voll bei dir, in der Art zu f√ľhren von der Spitze an, muss Wertsch√§tzung, Verst√§ndnis und Wille da sein - Teilzeit-Mitarbeiter*innen sind nicht weniger wert als andere, leisten teilweise mehr Engagement aufgrund der M√∂glichkeit Familie und Beruf besser zu vereinbaren und bringen zweifelsfrei Know-How (wieder) ins Unternehmen. Abgesehen davon ist¬†Headcount z√§hlen auch nicht zielf√ľhrend - Stellensplitting ist easy und meist sogar flexibler f√ľrs Unternehmen.
  3. vielleicht etwas kritisch, aber manchmal nicht unabdingbar: die R√ľckkehrer*innen zeigen teilweise auch sehr wenig Flexibilit√§t und beanspruchen exakt gleiche Rahmenbedingungen wie vor der Elternzeit - nicht falsch verstehen, sie d√ľrfen nicht abgespeist werden, aber Rahmenbedingungen ver√§ndern sich, weil sich ein Unternehmen auch in einem Jahr massiv √§ndern kann und dann m√ľssen beide Seiten eine gemeinsame, gute L√∂sung finden und ggf. Schritte aufeinander zugehen - beide Seiten!

Bei mir im Unternehmen kann ich gl√ľcklicherweise √ľber eine Steuerung nach FTEs viel erm√∂glichen und wir sind flexibel genug bisher immer eine gute L√∂sung gefunden zu haben.

Bin gespannt auch andere Ansichten oder neue Perspektiven.

Liebe Gr√ľ√üe,

Florian

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@Florian Kuczera¬†Kann Deine Gedankeng√§nge nachvollziehen. Seitdem letztes (oder vorletztes?) Jahr auch z.B. die Gesetzesinitiative stayonboard im (f√ľr deutsche Verh√§ltnisse) Eiltempo daf√ľr gesorgt hat, dass werdende Mamis in Vorst√§nden ihr Mandat f√ľr Mutterschutz/Elternzeit NICHT mehr niederlegen m√ľssen, haben wir durchaus auch ein best practice, wie vorgegangen werden k√∂nnte beim Ver√§ndern der Rahmenbedingungen. Aber auch daf√ľr wird nat√ľrlich die Politik gebraucht und (auch wenn das sicher Geschmackssache ist) das deutsche Arbeitsministerium hat sich (v.a. auch w√§hrend Corona) leider nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert ‚Ķ¬†

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