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Midijob: hat dieses Arbeitsverh√§ltnis wirklich nur Vorteile ūü§Ē?

  • 27 September 2022
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Midijob: hat dieses Arbeitsverh√§ltnis wirklich nur Vorteile ūü§Ē?
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2003 wurde das Konzept des Minijobs f√ľr Mitarbeitende eingef√ľhrt, die¬†zwischen 450 und 1300 Euro im Monat verdienen. Dieses geringf√ľgige Besch√§ftigungsverh√§ltnis bietet f√ľr Organisationen und Mitarbeitende mehrere Vorteile bei Themen wie:

 

‚ě°ÔłŹ Arbeitnehmerbeitr√§ge in die Sozialversicherung

‚ě°ÔłŹ Rentenanspruch

‚ě°ÔłŹ Lohnsteuer

‚ě°ÔłŹ Arbeitslosenversicherung¬†

‚ě°ÔłŹ Zus√§tzliche Nebenbesch√§ftigungen

 

Zwischen 2003 und 2013 hat sich die Anzahl an Minijobber*innen von 600.000 auf 1,3 Millionen erh√∂ht ūü§Į. Dieses¬†Besch√§ftigungsverh√§ltnis scheint immer interessanter zu¬†im HR-Bereich zu werden und im Allgemeinen nur Vorteile f√ľr Organisationen und Mitarbeiter*innen zu haben, oder?

Wie ist Eure Meinung zu diesem Arbeitsverhältnis und dessen Vorteile? 

 

Einzelheiten √ľber das Konzept¬†des Minijobs sowie Best Practices, um solche Positionen zu verwalten, findet Ihr in unserem Artikel:

‚Üí¬†Midijob: Alles, was Sie √ľber das ‚ÄěMischwesen‚Äú wissen m√ľssen

Ich freue mich wie immer auf Euren Input zu diesem Thema ūü§ó!

Viele Gr√ľ√üe aus M√ľnchen¬†

Andrea


1 Antwort

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@Andrea Mendoza Ein spannendes Thema, was Du da aufwirfst! Habe in verschiedenen Unternehmen Erfahrungen mit Minijobbern gemacht und stimme Dir zu: das Arbeitsverhältnis ist gut angenommen worden in Deutschland. Ich glaube, das liegt neben den vor dir o.a. Aspekten an zwei Dingen:

  • es passt gut zu vielen jungen Leuten/Sch√ľlern/Studenten, die (erstmalig) eine Nebent√§tigkeit aufnehmen (im Caf√© um die Ecke, an der Kasse, etc.); es bildet f√ľr sie genau das ab, was sie brauchen: ein paar Stunden arbeiten pro Woche, keine Abgaben, viel Flexibilit√§t; f√ľr viele von ihnen kommt die Werkstudentent√§tigkeit (die die Alternative w√§re) nicht in Frage, weil sie keine Studenten sind und eine normale Teilzeitbesch√§ftigung h√§tte viele Abgaben zur Folge und ist entsprechend wenig attraktiv
  • viele offizielle Stellen (allen voran die Arbeitsagenturen, aber auch Baf√∂g-√Ąmter, etc.) greifen den Minijob und die damit verbundene Verdienstm√∂glichkeit auf und nutzen ihn als Rahmen: wer z.B. arbeitssuchend gemeldet ist oder Baf√∂g bezieht, darf nebenbei einen Minijob annehmen (und entsprechend verdienen) ohne dass ihm die Leistungen (Arbeitslosengeld, Baf√∂g) gek√ľrzt werden; dieser Umstand ‚Äútreibt‚ÄĚ viele Leute in dieses Arbeitsverh√§ltnis (mein Eindruck), die es sonst gar nicht unbedingt w√§hlen w√ľrden

Letztendlich gucke ich auf den Minijob kritisch: je nach H√∂he des Stundenlohns kann der MA mit diesem Arbeitsverh√§ltnis teilweise wirklich nur sehr wenige Stunden pro Woche arbeiten. Wenn man aber ein Gesch√§ft betreibt, f√ľr das es wichtig ist, dass sich die MA gut auskennen, die Prozesse stabil beherrschen, sich sicher und wohl f√ľhlen, ist das oft einfacher herstellbar, wenn jemand nicht nur 8 Std. pro Woche arbeitet. Dann kriegt man einfach wenig mit. Es ist also f√ľr den Arbeitgeber oft schwierig, einen Minijobber wirklich gut zu integrieren.¬†

In der Pandemie kam noch das Problem hinzu, dass Minijobber keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, weil sie eben keine Abgaben in das Sozialsystem abf√ľhren ‚Ķ¬†das war f√ľr viele¬†Arbeitgeber eine unangenehme Situation, da dann von der Art des Arbeitsverh√§ltnis abh√§ngig war, ob man jemanden weiterbesch√§ftigen kann oder nicht.

Zusammenfassend ist mein Eindruck, dass der Minijob nur bei Tätigkeiten gut funktioniert, in denen sich wirklich sehr wenig ändert und in denen es eine Art Peak-Geschäft gibt (z.B. am Wochenende), welches mit Minijobbern im Unternehmen leichter abdeckbar ist. 

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