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Frage

korrekte Erfassung Krankheit - Ende Lohnfortzahlung, Prüfung & Meldung Krankenkasse

  • April 21, 2026
  • 5 Antworten
  • 92 Aufrufe

Guten Morgen, vllt könnt ihr mir helfen. Wir haben eine Mitarbeiterin die oft krank ist - teils mit AU teils ohne, die Krankzeiträume wurden so erfasst:

a: 7.-8.01.26 (2)

b: 2.-6.02.26 (5) 7 inkl. WE mit eAU

c: 9.-13.02.26 (5) 7 inkl. WE eAU 

d: 16.-20.02.26 (5) 7 inkl. WE mit eAU

e: 23.-27.02.26 (5) 7 inkl. WE mit eAU

f: 2.-13.03.26 (12) 14 inkl. WE mit eAU

g: 7.04.26 (1)

h: 8.04.26 (1)

i: 9.-10.04.26 (2) 4 inkl. WE mit eAU

j: 17.04.26 (1) 3 inkl. WE

 

Nun Frage ich mich folgendes:

  1. die einzelnen Tage ohne AU werden die von Personio Payroll an die Krankenkasse gemeldet? Sie zählen ja zur Entgeltfortzahlung
  2. Personio Payroll fängt immer wieder an bei eins zu zählen, wie kann ich die Krankmeldungen verknüpfen?
  3. Der “rechtliche” Ablauf zum Ende der Lohnfortzahlung ist klar, aber in der Praxis? Erkennt Personio Payroll das Ende? eher nicht er zählt die Zeiträume ja auch nicht richtig - und die Krankenkasse? Weiß die von den Tagen ohne AU? Und meldet die KV sich bei uns? Immerhin können nur die beurteilen ob es ein Krankheitsfall ist

Wäre toll wenn jemand damit Erfahrung hat

5 Antworten

Andrea B.
Community Superstar
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  • Community Superstar
  • April 24, 2026

Hallo ​@ChrisRoxs ,

vorab wir nutzen die Payroll nicht, aber ich versuche dir trotzdem ein paar Infos zu geben. Manches kann somit solides Halbwissen sein, weil die Abrechnung bei uns über die Steuerberaterin läuft.

zu 1.: Die einzelnen Krankheitstage werden der Krankenkasse direkt über die eAU gemeldet. Für die Berechnung der Krankengeldzahlungen ist die Basis (meines Wissens) die Entgeltbescheinigung, die immer die Steuerberaterin digital übermittelt. Kann sein, dass das automatisch über die Payroll läuft. 

zu 2. Personio zählt die einzelnen Tage, so wie sie eingetragen werden. Erst- und Folgebescheinigungen. Verknüpfen kann man das nicht. 

zu 3. meine Praxis um das Ende der Lohnfortzahlung im Blick zu haben. Ich habe mir einen Workflow erstellt, der mich und auch die Abteilungsleitung darüber in Kenntnis setzt, dass eine langfristige Erkrankung vorliegen KÖNNTE. Ich habe den Trigger so gewählt, dass auch unsere MA, die eine 4 Tage Woche haben, erfasst werden. Von daher liegt der Trigger niedriger als 42 Tage. Der MA wird mir gemeldet und dann schaue ich mir im Detail an: 
Sind es die 6 Wochen am Stück?
Sind es 6 Wochen mit Unterbrechungen?

Wenn es die 6 Wochen mit Unterbrechungen sind, macht die Steuerberaterin über DATEV die Vorerkrankungsabfrage. Ich vermute, dass das die Payroll auch macht. 

Die Krankenkasse wird sich bei dir nicht melden und nachfragen, ob sie jetzt Krankengeld zahlen müssen. Da ist das Interesse eher niedrig angesiedelt. 

Die Krankenkasse erfährt natürlich nur von den Tagen mit eAU durch den Arzt. Die Karenztage wissen die nicht. Solltet ihr Kleinunternehmer sein, könnt ihr euch die Lohnkosten über die U1 zurück holen. Auch die Karenztage. 

Vielleicht hilft dir das als ersten Input weiter? 

Viele Grüße (mit eAU vom Sofa)
 


Krujane
Community Moderator
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  • Community Moderator
  • May 18, 2026

Hallo ​@ChrisRoxs

hier auch nochmal mein Input speziell zu Personio Payroll (danke dir ​@Andrea B. für deine Antworten, habe einige kleine Punkte zu ergänzen / bzw. speziell auf Personio Payroll zu beziehen): 

1. Werden Tage ohne AU an die Krankenkasse gemeldet?
Nein, nicht unmittelbar, aber sie zählen zur Entgeltfortzahlung und müssen korrekt erfasst sein. D.h. auch Tage ohne AU (a, g, h, j) werden in Personio als Krankmeldung eingetragen und laufen über die normale Lohnabrechnung. Solange die Mitarbeiterin innerhalb der 42 Tage ist, muss ihr Entgelt fortgezahlt werden, eine gesonderte Meldung an die Krankenkasse ist erstmal nicht nötig.

2. Wie können die Krankmeldungen verknüpft werden?
Die zusammenhängenden Krankheitszeiträume mit eAU sollten als ein durchgehender Block erfasst werden (z. B. 02.02.–13.03.26), sofern die eAUs diesen Zeitraum abdecken. Die einzelnen Tage ohne AU (a, g, h, j) bleiben dabei als separate Einträge bestehen.

3. Erkennt Personio Payroll das Ende der Lohnfortzahlung automatisch?
Wenn die Mitarbeiterin innerhalb von 6 Monaten auf über 42 Krankheitstage kommt (mit oder ohne AU), stellt Personio Payroll automatisch eine Vorerkrankungsanfrage bei der Krankenkasse. Die Krankenkasse prüft daraufhin, ob die verschiedenen Zeiträume auf dieselbe Erkrankung zurückzuführen sind, und meldet die anrechenbaren Zeiträume zurück. Auf Basis dieser Rückmeldung berechnet das System die Gesamtdauer der Lohnfortzahlung.
Sobald die 42 Tage überschritten sind, erstellt Personio Payroll im Meldewesen automatisch eine Meldung, dass ein unbezahlter Zeitraum vorliegt. Nach eurer Bestätigung wird eine EEL-Bescheinigung generiert, die ihr dann an die Krankenkasse versenden müsst damit diese das Krankengeld auszahlen kann.

 

Ich hoffe, das hilft dir weiter!

Viele Grüße
Krujane


Andrea B.
Community Superstar
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  • Community Superstar
  • May 18, 2026

@Krujane 

Danke für die Ergänzungen. 

Eine Frage zu 2. 
Du schreibst, dass die zusammenhängenden Krankheitszeiträume mit eAU als durchgehender Block erfasst werden sollen. 
Das kann man aber erst mal nicht machen. Ich weiß ja nicht, wie lange die Krankheit bestand hat. Ich sage unseren Mitarbeitenden immer, tragt es so ein, wie der Arzt euch krankschreibt. Dann habe ich auch keine Fehlermeldungen von der Krankenkasse, wenn der Zeitraum nicht übereinstimmt. 
Das würde ja bedeuten, dass ich, immer eine bereits eingetragene Abwesenheit “korrigieren” müsste. Das kann der MA nicht machen, wenn alles schon bestätigt ist. Das können nur Personen mit den entsprechenden Rechten. Oder habe ich dich nur falsch verstanden? 

Zu 3. 
die 42 Tage sind nur relevant bei einer 5 Tage Woche. 
Reagiert die Payroll auch, wenn jemand 4 oder weniger Tage in der Woche arbeitet? Dann sind es nämlich auch weniger Krankheitstage, die den Fall auslösen. 

Viele Grüße und schöne Woche


Krujane
Community Moderator
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  • Community Moderator
  • May 19, 2026

Hallo ​@Andrea B.

2.) Nein sehr richtig, zusammenhängende Krankheiten sollten verlängert bzw. korrigiert werden. Je nachdem, wie die Zugriffs-Rechte definiert sind, sollte das zumindest vom Admin korrigiert werden.

3.) Nein tatsächlich nicht, die Vorerkrankungsanfrage geht in jedem Fall nach 42 Tagen raus.

Danke und dir ebenso eine schöne Woche, 
Krujane


Andrea B.
Community Superstar
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  • Community Superstar
  • May 20, 2026

Hallo ​@Krujane , 

  1. Nein, das ist nicht das wofür Personio stehen sollte. Es sollte alte Prozesse, die halb analog und halb digital in Personalabteilungen gemacht worden sind, einfacher machen. Die Mitarbeitenden sollten eigenverantwortlich Ihre Abwesenheiten erfassen. Das dient auch der Entlastung von Personalabteilungen. Das machen MA auch oder, falls sie krankheitsbedingt nicht dazu in der Lage sind, machen es die Abteilungsleitungen oder auch die Personalabteilung. Ich werde nicht hergehen und Krankheitszeiträume, wo ich bereits eine eAU habe, der Prozess somit weitestgehend geschlossen ist, noch einmal anfassen und zusammenfassen. Das ist das erste Mal, dass ich das hier lese. Der Admin korrigiert schon mal gar nicht. Er hat (manchmal) nicht das fachliche Wissen, was und warum er / sie da  was tun sollte. In einigen Unternehmen sind Admins IT ler. Sorry, das geht nicht. 


    Viele Grüße Andrea